KI-Kennzeichnungspflicht auf deiner Squarespace Website: Was du jetzt wissen musst.
Seit dem 2. August gilt in der EU eine neue Regel, die gerade für ziemlich viel Unruhe sorgt: die KI Kennzeichnungspflicht. Wer Squarespace nutzt und regelmäßig mit ChatGPT, Midjourney oder Canva AI arbeitet, fragt sich jetzt zu Recht, was das konkret für die eigene Website bedeutet.
Die kurze Antwort vorab: Es ist deutlich entspannter, als es in den Medien gerade klingt. Die KI Kennzeichnungspflicht ist Teil des sogenannten AI Act, einem EU Gesetz für den Einsatz künstlicher Intelligenz. Es ist kein KI Verbot. Du darfst weiterhin mit ChatGPT, Claude, Midjourney, Adobe Firefly oder Canva AI arbeiten. Es geht nur darum, bestimmte Inhalte transparent zu machen, damit Besucherinnen deiner Website nicht getäuscht werden.
In diesem Artikel gehen wir gemeinsam durch, was die KI Kennzeichnungspflicht auf deiner Squarespace Website konkret bedeutet, welche Inhalte betroffen sind und wo du entspannt weitermachen kannst wie bisher.
Ein kurzer Disclaimer vorweg: Ich bin keine Anwältin und dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Ich habe mir die Informationen selbst zusammengetragen und gebe dir hier einen praktischen Überblick. Schau dir das Thema für deinen konkreten Fall gerne noch einmal selbst an.
Zu Faul zum Lesen?
Höre dir hier den Podcast an:
Inhaltsverzeichnis
Was ist der AI Act eigentlich
Der AI Act ist ein EU Gesetz, das den Einsatz von künstlicher Intelligenz regelt. Er betrifft nicht nur die Unternehmen, die KI Tools entwickeln, sondern auch dich als Anwenderin, wenn du diese Tools für dein Business nutzt.
Grundsätzlich finde ich das erst einmal richtig gut. Klare Regeln schaffen Sicherheit und schützen Verbraucherinnen davor, getäuscht zu werden. Genau darum geht es beim AI Act im Kern: um Transparenz und Schutz vor Täuschung.
Für Privatpersonen scheint die Kennzeichnungspflicht übrigens nicht zu gelten. Die Regelungen, die wir uns hier anschauen, betreffen Unternehmen und Soloselbstständige. Wenn du also mit deiner Website oder deinem Business Geld verdienst, betrifft dich das Thema.
Die wichtigste Nachricht direkt zu Beginn: Die meisten Online Business Owner müssen kaum etwas an ihrem Alltag ändern. Du darfst KI weiterhin ganz normal für deine Texte, deine Bilder und deine Ideenentwicklung nutzen.
KI Texte auf deiner Squarespace Website
Fangen wir mit den Texten an, weil hier die wenigsten Fragezeichen entstehen. Du darfst weiterhin ChatGPT und Co für deine Blogartikel, Landingpages, Produktbeschreibungen und Newsletter nutzen. Daran ändert sich durch die KI Kennzeichnungspflicht nichts.
Wichtig ist nur eines: Prüfe diese Texte, bevor du sie veröffentlichst. Es reicht nicht, den generierten Text kurz zu überfliegen und ihn dann eins zu eins auf deiner Squarespace Website einzufügen. Lies dir den Text wirklich durch und prüfe die inhaltliche Richtigkeit. Du bist am Ende dafür verantwortlich, was auf deiner Website steht, nicht die KI.
Fast noch wichtiger als die reine Faktenprüfung ist aus meiner Sicht etwas anderes: deine eigene Erfahrung. Eine KI kann liefern, was in tausend anderen Texten schon steht. Was sie nicht liefern kann, ist deine individuelle Erfahrung, deine Persönlichkeit und deine Art, Dinge zu erklären. Genau das wird in einer Welt voller KI generiertem Content immer mehr zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal.
Ich mache das bei mir zum Beispiel so, dass ich meine Podcastfolgen aufnehme und anschließend das Transkript in einen Blogartikel umwandle. Meine Tonalität, meine Wortwahl und meine Erfahrungen stecken dadurch automatisch im Text, ganz ohne zusätzlichen Aufwand. So einen Artikel kann ich anschließend ohne Kennzeichnungspflicht auf meiner Website veröffentlichen, weil ausreichend eigene Substanz enthalten ist.
Und wie sieht es beim Newsletter aus
Beim Newsletter hast du im Grunde freie Hand. Du kannst deine Texte per ChatGPT, Claude oder Gemini generieren lassen, eine Kennzeichnungspflicht besteht hier nicht. Trotzdem würde ich dir raten, die Texte zu bearbeiten, zu prüfen und zu personalisieren. Ich schreibe meinen Newsletter mittlerweile komplett selbst, weil ich gemerkt habe, dass mich KI generierte Texte an dieser Stelle eher ausbremsen als unterstützen. Das ist aber eine persönliche Präferenz und keine rechtliche Vorgabe. Meine Öffnungsrate ist tatsächlich auch viel höher, wenn ich regelmäßig selbst geschriebene Newsletter schreibe. Also ist diese „Abkürzung“ nicht wirklich zielführend, oder?!
KI Bilder für deine Website richtig einsetzen
Jetzt wird es etwas spannender, denn hier entstehen die meisten Unsicherheiten. KI Bilder für deine Hero Section, Businessfotos, Lifestylebilder oder Hintergrundbilder sind grundsätzlich erlaubt. Problematisch wird es erst dann, wenn Besucherinnen deiner Website dadurch getäuscht werden könnten.
Die entscheidende Frage lautet immer: Könnte jemand ein KI generiertes Bild für echt halten, obwohl es das nicht ist? Wenn ja, spricht man von einem Deepfake, und ein Deepfake muss gekennzeichnet werden. Das bedeutet nicht, dass du es nicht verwenden darfst. Du musst nur transparent machen, dass es KI generiert ist.
Darf ich KI Bilder von mir selbst verwenden
Ganz klares Ja. Wenn du dich im Office, beim Podcasten, am Laptop, im Coworking Space oder im Café darstellen lässt, ist das völlig unproblematisch, solange keine anderen Personen im Bild zu sehen sind. Solche Bilder sind nicht kennzeichnungspflichtig.
Was zählt konkret als Deepfake
Ein Deepfake liegt immer dann vor, wenn eine Situation täuschend echt dargestellt wird, die so nie stattgefunden hat. Dazu gehören zum Beispiel:
Ein KI generiertes Foto von dir auf einer großen Bühne, obwohl du dort nie gesprochen hast. Ein Bild von dir mit einer prominenten Person, die du nie getroffen hast. Ein manipuliertes Foto eines echten Ortes, bei dem zum Beispiel ein bekanntes Wahrzeichen verändert dargestellt wird. Fake Testimonials in Form von Text, Stimme oder Video, bei denen es die Kundin gar nicht gibt. Ein Avatar Video von dir, das mit Tools erstellt wurde, bei denen du gar nicht wirklich gesprochen hast.
Bei all diesen Beispielen gilt dasselbe Prinzip: Du darfst sie weiterhin erstellen und nutzen, musst sie aber klar als KI generiert kennzeichnen. Bei erfundenen Testimonials sieht die Sache allerdings anders aus. Ein gefaktes Kundenzitat bleibt problematisch, selbst mit Kennzeichnung, weil hier bewusst eine falsche Tatsache behauptet wird. Davon würde ich grundsätzlich abraten.
KI Content für Social Media und YouTube
Auch auf Social Media und YouTube darfst du weiterhin ganz normal mit KI arbeiten. KI Bilder, Grafiken und Illustrationen posten ist erlaubt, egal auf welchem Kanal du unterwegs bist. Auch bei Meta Anzeigen sind KI generierte Bilder, Texte und Hintergründe kein Problem.
Kritisch wird es auch hier nur bei täuschend echten Deepfakes, manipulierten Personen oder erfundenen Nachrichten. Das gilt übrigens genauso für deinen YouTube Kanal. Titel, Beschreibung, Skripte und Thumbnails darfst du mit KI erstellen. Nur ein Thumbnail mit Deepfake Inhalt, also mit erfundenen Prominenten oder frei erfundenen Ereignissen, ist tabu.
Eine einfache Faustregel für den Alltag
Wenn du dir unsicher bist, ob ein Inhalt kennzeichnungspflichtig ist, stell dir eine einzige Frage: Versuche ich hier gerade etwas zu illustrieren oder versuche ich, etwas zu beweisen?
Wenn du dich zum Beispiel als Symbolbild am Laptop oder im Büro darstellst, illustrierst du lediglich eine Situation. Das ist völlig unkritisch. Sobald du aber etwas beweisen möchtest, zum Beispiel dass du wirklich auf einer Bühne gesprochen hast, einen Award gewonnen hast oder von einer bestimmten Person empfohlen wurdest, wird es heikel. Frag dich in diesem Moment ehrlich: Ist das wirklich passiert? Wenn nicht, lass es einfach.
Ich glaube ohnehin, dass genau hier die eigentliche Chance liegt. Je mehr Content mit wenigen Klicks erzeugt werden kann, desto wertvoller wird deine Authentizität. Deine eigene Erfahrung, deine Werte und deine Herangehensweise sind das, was dich unterscheidbar macht. Das kann keine KI ersetzen, und das brauchst du auch nicht künstlich zu erzeugen.
Fazit: Entspannt bleiben und transparent arbeiten
Die KI Kennzeichnungspflicht klingt in den Schlagzeilen dramatischer, als sie in der Praxis für dich als Squarespace Nutzerin und Online Business Owner tatsächlich ist. Du darfst weiterhin mit ChatGPT, Midjourney, Canva AI und Co arbeiten, für Texte genauso wie für Bilder. Wichtig ist nur, dass du bei täuschend echten Situationen, die es so nie gegeben hat, transparent machst, dass KI im Spiel war.
Für den Alltag auf deiner Website reicht in den meisten Fällen ein einfacher Hinweis wie KI generiert direkt am Bild oder im Alttext. Wie du das konkret in Squarespace umsetzt, zeige ich dir in einem separaten Tutorial. Ich nutze das übrigens direkt selbst, weil ich für mein Template Urban Eye ein Business Shooting per KI erstellen lassen musste und dieses jetzt ebenfalls kennzeichnen darf.
Wenn du deine Website ohnehin gerade neu aufbaust oder überarbeitest und dabei auch gleich einen Blick auf strategische Themen wie diese werfen möchtest, findest du in Easy Website Creation alles, um deine Squarespace Website Schritt für Schritt selbst professionell umzusetzen, inklusive KI Prompts für deine Texte.
Schau das Tutorial zu Kennzeichnung an:
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